G.fühlt

* born to be mild *

LeinWand

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manchmal, oft, fange ich abends das zeichnen an. ich bemale die große weiße leinwand, die über meiner couch im wohnzimmer hängt. einmal habe ich verschiedene blautöne ausgewählt und einfach mit dem pinsel von rechts nach links die farbe über die ganze fläche gestrichen. auch ein bisschen weiß nahm ich dazu, um ein paar lichte akzente zu setzten. und ein anderes mal mochte ich lieber grüntöne nehmen. ganz viele verschiedene. ich mische sie einfach auf einem teller, hier einen klecks und da einen klecks aus der tube auf den teller gedrückt und rein mit dem pinsel. ich benutze mehrere pinsel. zuerst einen ganz dicken und wenn das bild dann fast fertig ist, dann nehme ich die feineren um linien zu zeichnen, die sein müssen. landschaften kann ich auch gut. fröhlich bunt sieht das aus, und immer gibt es auch einen klaren blau-grünen see im bild. tiere, menschen, blumenwiesen, bäume. himmel mit schäfchenwolken und ein paar möwen oder was sich gerade anbietet. manchmal wird es auch sehr abstrakt. dann male ich symbole, irgendwelche zeichen die mir gerade in den sinn kommen und die es vielleicht gar nicht gibt. es kommt auch vor, dass ich ein fertiges bild einfach mit einer farbe überstreiche. so, als wäre dort nie etwas anderes gewesen, nicht die spur, nicht einmal eine blasse ahnung lasse ich übrig. ich verrühre auch schon mal alle farben, das allein macht schon spaß. ich ziehe mit einem pinselrücken kreise auf dem teller, verbinde die farben miteinander und genieße lange den anblick bis sie sich komplett miteinander zu einer einzigen farbe verbunden haben. natürlich zeichne ich auch gerne herzen, das habt ihr euch doch wohl denken können, oder? auch hab ich einen see in herzform gemalt. das gefiel mir dann aber doch nicht und ich habs dann wie oben beschrieben übermalt und niemand weiß, dass ich jemals so einen herzigen see gepinselt habe. manchmal schlafe ich auch ein, noch bevor ich einen einzigen pinselstrich getan habe.
morgens wenn ich aufstehe, dann geht mein blick oft zu der großen weißen leinwand hin, die über meiner couch hängt.
sie ist noch nie mit farbe in berührung gekommen.
obwohl sie eigens dafür geschaffen wurde.
wie mag sie sich fühlen, meine leinwand, so leer.

 

Autor: Gerti G.

www.namara-music.de

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