G.fühlt

* born to be mild *

G.staunt

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unsere sachen haben wir schon in der jugendherberge untergebracht, in der wir für ein paar tage übernachten wollen. nachdem wir alles soweit eingeräumt haben gehe ich los, es gibt einen markt ganz in der nähe.
auf weißem boden legt gerade eine frau ihren schmuck zum verkauf nieder. ich schaue mich um und sehe überall stufenförmig angelegte wasserbecken mit wunderschönen pflanzen, es ist sehr warm und von wasser umringt zu sein wirkt sehr erfrischend.
ich sehe wie die frau immer mehr schmuck auspackt und auf den boden legt, und langsam wird das ganze umspült von wasser. ich wundere mich noch nicht einmal, sondern betrachte es nur.
langsam überflutet der weiße platz, doch die perlen und ketten werden nicht etwa weggeschwemmt, und auch läßt sich die frau nicht davon abhalten, weiter ihre sachen auszubreiten.
das wasser reicht mir nun schon bis zu den waden und ich schaue mir interessiert den schmuck an, durch das wasser hindurch. meine sicht ist verzerrt und so verschwimmen auch edelsteine und perlen.
ich staune über eine kristallkugel, die ihre regenbogenfarbene strahlen deutlich unter der wasseroberfläche in alle richtungen aussendet.
sie liegt genau zu meinen füßen und ich staune so sehr über ihre strahlkraft, dass ich schnell meine kamera holen möchte um dies festzuhalten. so wunderbar strahlend, und so ein weißer marktplatz unter wasser als wäre es das normalste von der welt … das finde ich fotogen.

wir sind mit einem befreundeten ehepaar hier hergefahren, die beiden führen *im richtigen leben* eine Spirituelle Heilpraxis. ER jedenfalls ist so lieb und holt noch meine kamera aus dem auto.
irgendwas spielt sich dann ab, rund um die jugendherberge.
draußen haben sich ein paar junge leute essen zubereitet, nudeln gekocht, und auf dem tisch haben sie unmengen von nudeln in tüten aufgetürmt. sie sind laut, haben spaß. sie fragen mich umständlich nach etwas, was man auf die nudeln geben kann. ich gebe ihnen käse.
nun sitze ich selbst am tisch. einer von den burschen öffnet eine dose und schüttet mir den inhalt, gulasch, auf den teller. ich bin gespielt entsetzt, denke zu sagen *ich esse doch kein fleisch!*, sage aber gar nichts und lass‘ den knilch einfach machen. ich glaube, diese dose gulasch war das beste was sie hatten. dennoch … logisch dass ich den teller nicht anrühre …
ich spüre dass diese burschen nicht lenkbar sind, so lasse ich einfach geschehen was geschieht, solange niemand zu schaden kommt.
ich suche den waschraum auf. auf dem weg begegnen mir viele betten im gang. ich fühle an der bettwäsche, sie sieht ungewohnt aus und fühlt sich auch anders an. wie dickes pergament, wie aus gegerbter tierhaut bestehend. dennoch irgendwie weich, nicht unangenehm.
nachdem ich in der jugendherberge noch einiges erkundet habe erinnere ich mich an mein vorhaben, nehme die kamera und gehe zum marktplatz. das wasser ist jetzt durchweg knietief, glasklar.

ich schaue mir die wasserbecken rund um den weißen platz etwas näher an. ein wasserschlauch, aus dem permanent wasser fließt, hängt gleich unten im ersten becken. lauwarmes wasser fließt heraus. ich frage mich ob das die richtige temperatur für diese wunderschönen pflanzen ist und denke mir: *falls hier was nicht stimmt, da „muß“ doch jemand helfen!*
kaum habe ich das gedacht und blicke die wassertreppe nach oben, da sehe ich auch schon eine menge männer hier und da schaffen. was sie genau tun weiß ich nicht, aber ganz in ruhe regeln sie was zu regeln ist. ich betrachte sie lange, schaue genau was sie tun, und erst spät bemerke ich ihr ungewöhnliches aussehen.
ihr „haar“ besteht aus buntem farn, unterschiedlich lang, in herbstfarben. von weinrot über senfgelb bis hin zu farngrün. holla, ich bin begeistert, vor allem als ich ganz eindeutig feststelle, dass es wirklich angewachsen ist und nicht etwa hüte sind, oder sonst eine kopfbedeckung.
sie tragen alle eine einheitliche „kleidung“ in erdigen farben. und auch da erkenne ich, dass sie nicht wirklich kleidung tragen, sondern dass ihre körper daraus bestehen, aus erde, blattwerk, rinde. diese wesen, männer, wirken jung, hübsch, und wissen genau was zu tun ist.
fasziniert schaue ich ihnen noch eine weile zu und beginne dann, mich auf die kristallkugel einzustimmen und auch den übrigen schmuck unter wasser mit meiner kamera zu fotografieren.

Autor: Gerti G.

www.namara-music.de

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