G.fühlt

* born to be mild *

G.schnürt

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oder: die mit dem schnee spielt … 😉

plötzlich stehe ich auf der weide und sehe dabei zu wie meine tochter reitet. eine ungewöhnlich weiche decke liegt als unterlage unter dem sattel, und auch der rote sattel sieht so weich aus.
sie ist lange nicht geritten, hat aber einen perfekten sitz und ich sehe ihr an wie sie sich freut, nach so langer zeit endlich mal wieder zu reiten. das pferd kenne ich. es ist eine fuchs-stute, sie sieht gepflegt aus und macht einen zufriedenen eindruck, irgendwie wirken die beiden wie ein eingespieltes team … obwohl … so lange ist es her.

wie ich da plötzlich als zuschauerin hingekommen bin, ich weiß es wirklich nicht, denn hätte ich es gewusst ich hätte doch meine kamera dabei gehabt! so stehe ich da und nehme alles mit meinen augen auf, sehe wie meine tochter ihre runden dreht. als sie einmal bei mir anhält sage ich ihr, wie sehr ich bedaure dass ich keine kamera dabei habe.
*das darf eh niemand wissen dass ich hier reite.* flüstert sie als könnte es jemand hören.
ich kann nicht fragen warum, denn sie reitet schon weiter und es ist auch nicht wichtig, ich sehe wie die beiden ihren spaß haben …

plötzlich sitze ich draußen an einem alten gammeligen holztisch, sandiger boden, am tisch noch ein paar andere leute, einige davon kenne ich, wahrscheinlich bin ich sogar mit ihnen verabredet.
der holztisch gehört zu der alten kneipe im western-stil, vor der wir platz genommen haben. die tore sind gerade weit geöffnet und ich sehe die lange holztheke, dahinter eine spiegelwand vor der unten eine reihe flaschen und gläser stehen. große kneipe, doch kein mensch drin. mir ist irgendwie unwohl, ich habe nur 4 euro in der tasche, meine tochter sitzt neben mir, und wir beide haben durst. ich überlege ob ich bier oder etwas anderes trinken möchte und kann mich nicht entscheiden. immerhin habe ich noch einen weiten weg vor mir und zu meiner schande auch noch meine brille vergessen.
ohne diese seh ich im dunklen nix. ich lausche der unterhaltung am tisch, höre nichts nennenswertes und wundere mich auch nicht darüber. mein blick fällt auf ein ebenerdiges dach auf dem noch schnee liegt. der schnee sieht so schön und frisch aus das es fast künstlich wirkt.
ich kann nicht anders, stehe auf, gehe hin und greife zu.  ich nehme mir so viel schnee wie ich mit einer hand fassen kann und gehe zurück zum tisch. seltsam, es ist definitiv schnee, doch fühlt er sich etwas anders an als ich es gewohnt bin. so weich, so zuckerwattig … irgendwie zauberhaft. ich setze mich wieder an den tisch und betrachte den schnee länger … das tun auch die übrigen menschen, die am tisch sitzen. außer meiner tochter wundern sich alle, dass ich mir eine hand voll schnee geholt habe … ich halte die hand hoch und puste in den schnee. sofort lösen sich unzählige schneeflocken, unendlich viele, es ist fast als finge es an zu schneien … doch der klumpen in meiner hand wird nicht kleiner. dann stehe ich auf, erhebe meine hand und drücke auf den schneeklumpen. sofort löst sich eine weiße dichte nebelkugel aus dem schnee und formt in der luft einen großen stern und viele kleine symbole. uns bleiben augen und münder offen stehen, so schön sieht das aus, so zauberhaft ist es. und natürlich wiederhole ich das. erhebe die hand, drücke auf den klumpen: und wieder … ein großer stern und viele symbole an die ich mich nicht erinnere … wir können uns kaum satt sehen.

ein mann fällt mir auf, er sitzt ein paar tische weiter und seit ich mit dem schnee spiele hat sich sein äußeres verändert. einen bart hatte er schon zuvor, auch krauses haar auf dem kopfe, doch nun ist sein bart und sein haar schlohweiß geworden und er wirft einen weisen, gutmütigen blick in meine richtung. zwei kellner kommen, stellen etwas auf dem tisch ab und ich höre wie flüssigkeit eingeschüttet wird, höre auch, wie sich schaum bildet … das klingt nach bier denke ich, endlich bekommen wir was zum trinken. ich bin noch mal aufgestanden um mich umzusehen … doch nun lockt mich das geräusch und ich gehe wieder zurück zum tisch. als ich ankomme sehe ich, was die geräusche verursacht hat. spülwasser. die kellner wollen zusammen draußen ein paar gläser spülen. mit dem schaum liege ich gar nicht so verkehrt … nur das es spülmittel ist konnte ich nicht ahnen.
*und ich dachte ich höre prickelndes, schäumendes bier.* sage ich.
*möchten sie etwas trinken?* fragt einer der kellner.
*na endlich fragt mal einer.* denke ich und betrachte den kellner. ich kenne ihn, er hat langes braunes haar, doch sehe ich bei ihm keine spur des wieder-erkennens.
*ja bitte.* sage ich.

beide kellner nehmen ihren spülkram und gehen wieder in das gebäude zurück. sie schliessen das tor. wir warten lange, doch niemand kommt um uns etwas zu bringen. so gehe ich nun selber los um etwas zum trinken zu besorgen. neben dem tor befindet sich eine glastür mit einer durchreiche.
dort kann man bier, limo, cola, im glas kaufen und sich durchreichen lassen. vor mir wird gerade eine junge frau bedient.
*das ist mir irgendwie zu doof.* denke ich und gehe ein paar schritte, finde mich mitten in einer stadt wieder und trage ein langes, glänzendes kleid. ich suche und suche … ohne brille gar nicht so leicht.
da sehe ich einen gang der nach oben führt, blicke hoch und sehe das vorderteil eines grauen fahrzeugs gleich am ende des aufgangs, es hängt ein bisschen über. komisch. ich schaue in einen anderen gang, der ebenfalls nach oben führt und höre züge ankommen und abfahren.
*so nah am bahnhof.* denke ich …
dann spricht mich eine frau an.
*kennst du Marlon?* fragt sie? doch dann schaut sie mich an und meint, mich verwechselt zu haben. sie will sich schon wegdrehen und gehen und ich sage:
*klar kenne ich Marlon.*
sie dreht sich um und sagt meinen vornamen.
*ja genau, hast du mich nicht erkannt?* frage ich.
*im ersten moment nicht.* sagt sie und schaut an mir herunter. ich schaue auch zu boden und sehe, dass ich mir beinahe auf die goldenen schnüre trete. ohje … meine schwarzen overknees sind heruntergerutscht. ich bücke mich damenhaft, greife nach unten und ziehe die goldene schnur aus dem strumpf. dann raffe ich den strumpf und ziehe ihn wieder bis über die knie. und flutsch, schon hängt er wieder unten. eigentlich klar, denn ich trage wohl einen schnürstrumpf und die schnürung gibt dem strumpf den halt. so fädele ich die goldene schnur wieder ein, wir frauen grinsen uns an und während ich einfädele sage ich zu der frau: *am besten gibst du Marlon mal bei google ein. ich weiß weder ihren nachnamen noch habe ich ihre telefonnummer.* und ziehe den strumpf wieder hoch. jetzt sitzt er wieder. auch den anderen ziehe ich noch einmal fest.
alles ist perfekt.
nur weiß ich nicht wohin …

Autor: Gerti G.

www.namara-music.de

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