G.fühlt

* born to be mild *

G.trägt

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ich war wieder einmal gefühlt an mindestens zwei orten gleichzeitig. einerseits befand ich mich gerade mit meinem freund im tonstudio zum einsingen, andererseits transportierte ich in der zonser altstadt gerade mein altes käfer-cabrio aus dem keller.

ich weiß noch nicht mal, warum ich es aus der versenkung holte … außerdem war es für ein auto erstaunlich leicht und gut zu tragen. wir waren mindestens zu dritt, ein kinderspiel also, das auto die kellertreppe hochzutragen. oben angekommen stellten wir das fahrzeug im schnee ab. es sah optisch frisch poliert und makellos aus, war aber nicht fahrtüchtig. wir wollten es eh zusammen tragen, ich wußte nur nicht wohin und warum.

ich fasste an der stoßstange an, und hielt sie fast in den händen, also keine gute stelle zum tragen. ich sagte meinen begleitern, sie sollten schon mal vorgehen, ich würde das schon machen. so schob ich den käfer durch den schnee, indem ich durch das fahrerfenster griff,  am lenkrad festhielt und schob. ich achtete darauf, dass die sperre nicht einrastete und kam wirklich gut vorwärts.

am schweinebrunnen stellte ich das auto kurz ab, entfernte mich, kam zurück und sah eine dunkle gestalt mit einem autoteil davonlaufen. ich konnte nicht erkennen ob es die motorhaube oder ein kotflügel war, wußte nicht was ich dem mann hinterherrufen sollte, und rannte los um ihn zu verfolgen.

irgendwo oben hatte er einen wagen stehen, in dem sein kumpel auf ihn wartete. als ich den dieb erreicht hatte, zerrte ich gleich an dem makellosen blechteil und verlangte, dass er es mir zurückgeben solle.
*das gehört mir.* sagte der mann.
*wie können sie sowas behaupten?* fragte ich entrüstet.
*steht doch kein name drauf.* sagte der mann.
*spinnen sie?* fragte ich, und hielt fest an diesem teil.
eine frau kam hinzu. *rufen sie die polizei, bitte, schnell.* bat ich sie. umgehend tippte sie eine nummer auf ihrem handy ein und kam meiner bitte nach.

*GOTT sei dank!* dachte ich, denn ich hatte das gefühl, mit worten mit diesem mann hier nicht klar zu kommen.
*sie können doch nicht einfach ein teil von meinem auto entfernen und behaupten es gehöre ihnen!* sagte ich noch einmal entrüstet.
er grinste nur unverschämt. einerseits kochte ich vor ohnmächtiger WUT, ich fühlte mich ganz allein mit dieser sache und fragte mich wie das weitergehen würde. ich befürchtete, der dieb würde einfach in sein auto steigen und mit meinem blechteil verschwinden. drum hielt ich es auch so fest wie ich nur konnte. andererseits war ich zuversichtlich und dachte, die sache wird sich schon regeln …

plötzlich schmiegte sich dieses weiße, makellose blechteil vor meine brust und legte sich meinem körper an wie ein schutzschild. ich hatte zuvor nicht gesehen, ob der dieb es aus der hand gegeben hatte, es geschah einfach so.

zufrieden blickte ich den dieb an. der allerdings schaute mürrisch drein, hatte sich wohl erhofft das blechteil zu geld zu machen.
frechheit.
er sah ein, dass er keine chance mehr hatte, an das teil heranzukommen und machte zum abschied einen auf „alte freunde“.
*hey, wir campen in urdenbach, weißte, so ganz urig, natürlich und alternativ. ich bin spirituell, weißte?*
*blödmann.* dachte ich. *was manche leute unter spirituell verstehen. tss.*
ich hatte keine lust auf eine diskussion mit diesem gammeligen typen, sah aus als hätte er eine woche nicht geschlafen, lotterig, und eine alkoholfahne hatte er auch. im grunde war er sturzbetrunken. und sich derart ans steuer zu setzen fand ich alles andere als spirituell. ich fand überhaupt, das unspirituellste ist, zu sagen: ich bin spirituell. ein spirituell ausgerichteter mensch lebt seine spiritualität, strahlt sie aus, ohne jemandem das auf die nase binden zu müssen …

der wagen entfernte sich und ich ging zu meinem auto zurück. an einer mauer sah ich ein halteverbotsschild, wußte aber nicht die genaue bedeutung. es war sonntag, und eine gruppe von frauen stand am schweinebrunnen. ich wollte sie gerade fragen ob sie die bedeutung des schildes kennen, da wurde es von einem beamten des ordnungsamtes entfernt. es wurde wohl nur sonntags aufgestellt … um touristen davon abzuhalten, den schweinebrunnen zuzuparken.
ich fand dieses vorgehen seltsam … und wachte dann auf.
😉

Autor: Gerti G.

www.namara-music.de

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