G.fühlt

* born to be mild *

G.schlendert

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Gestern war ich in der Nacht mit meiner Kamera unterwegs, eine wunderbare Fototour. 🙂
Ich befand mich auf einem Festgelände, überall Zelte, Buden, Stände, einige Menschen. Gerade wird am Ende des Geländes ein großes schwarzes Gummituch heruntergelassen und kurze Zeit später ergiessen sich Unmengen Wasser darüber. Über die ganze Fläche des Tuchs verteilt strömt das Wasser herunter wie ein Wasserfall. Da gehe ich natürlich sofort hin, Wasser in Bewegung fotografiere ich gern. Je näher ich an den Wasserfall herankomme, desto schöner wirkt er auf mich. Von dem schwarzen Gummituch ist nichts mehr zu sehen, vor lauter Wasserstrom. Schön. Ich mache ein paar Bilder.

Rechts von mir sehe ich eine Steintreppe die nach oben führt, und kaum blicke ich dort hin, stehen auch schon ein paar Engel auf den Stufen, ziemlich in der Mitte. Fünf oder sechs Engel in weißen Gewändern, sie wirken zwar irgendwie wie Schaufensterpuppen, sind aber sehr schön und fotogen, bewegen sich leicht. Ich mache ein paar ganz tolle Bilder von ihnen, und irgendwann lösen sie sich auf vor meinen Augen.

Ich schlendere wieder zurück und sehe einen Mann und eine Frau Arm in Arm über das Gelände spazieren. Auf der Schulter der Frau sitzt ein brauner kleiner Plastikhund mit großen blauen Knopfaugen. An einem Mülleimer halten sie an, die Frau nimmt den Hund von der Schulter und lässt ihn über den Mülleimerdeckel gehen.
Langsam nähere ich mich den beiden, klar, dass ich den Plastikhund fotografieren möchte, wann bekommt man sowas schon mal zu sehen!

Die beiden scheinen mich zuerst nicht zu bemerken, ich nähere mich langsam und nehme schon mal einige Kameraeinstellungen vor. Jetzt bin ich ziemlich nah an ihnen dran und möchte die Frau gerade um Erlaubnis bitten, da gibt der Mann ihr ein Zeichen, deutet auf mich und sie schaut mich an. Sie hat hellblondes Haar, fast weiß, eine ganz helle Gesichtshaut, etwas rötlich, und auch sehr helle Augen. Sie sieht tieftraurig aus und spricht Englisch zu mir. Sie möchte nicht dass ich ihren Hund fotografiere, das erklärt sie mir ganz ausführlich. Ich verstehe, und dennoch übersetzt sie das ganze noch in Deutsch. Sie spricht nun so zu mir, als hätte sie bei Google auf den Knopf „in Deutsch übersetzen“ gedrückt, ziemlich zusammenhanglos und durcheinander, aber Deutsch. Die Message hatte ich ja eh schon verstanden. Wir blicken uns in die Augen, und ihre Traurigkeit schwappt über. Meine Augen füllen sich mit Tränen und ich fühle ganz deutlich, dass es IHRE Trauer ist, nicht meine. Ich lasse das Gefühl schnell vergehen, lasse ihre Tränen in ihrer Energie und gehe weiter.

Ich komme an einem offenen Zelt vorbei, zwei ältere Damen mit Kapuzenmänteln sitzen an einem Tisch, kehren mir den Rücken zu. Ich höre ein seltsames Geräusch, wie ein Schmatzen. Eine der Damen steht auf, dreht sich etwas zu mir um, und unter der Kapuze sehe ich einen schwarzen kleinen Hund ziemlich nah an ihrem Herzen liegen.

 

Autor: Gerti G.

www.namara-music.de

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