G.fühlt

* born to be mild *

G.kränkelt

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Ich arbeite in einem Krankenhaus. Als ich aus meinem Büro herausgehe wundere ich mich darüber.

„Das ist ja ein Krankenhaus!?“ denke ich.

Und schon kommt ein junger Mann mit blondem Haar auf mich zu und fragt nach dem Weg zur Kantine. Ich zeige ihm, dass er einfach nur den Flur entlang zu gehen braucht, um dann durch die große Holztüre zu schreiten. Irgendetwas verleitet mich aber doch mitzugehen, damit er auch wirklich ankommt wohin er möchte.

Und so gehen wir Seite an Seite.

Auf dem Flur herrscht reges Treiben, ein hin und her von Menschen. Es scheinen Besucher zu sein, denn krank sehen sie nicht aus. Sie tragen Blumensträuße, Taschen, Päckchen.
Was mich nun doch sehr wundert ist, dass mir einige Frauen begegnen, die eine Zigarette in der Hand halten.
Mindestens 4 Frauen sehe ich auf dem Flur rauchen und sie betrachten mich irgendwie verächtlich. Ich sage nichts und bringe zuerst einmal den jungen Mann vor das Kantinentor, öffne es und bin selbst erstaunt was ich sehe:
Mehrere Berge von Obst und Gemüse, rot und gelb, knackig und frisch, exakt pyramidenförmig aufgebaut. Der ganze Raum ist erfüllt von Duft und Frische, von lebendig pulsierender Symmetrie.
„Siehst du, hier kannst du dir frisches Obst und Gemüse kaufen.“ sage ich, beschließe, später auch für mich dort etwas zu besorgen und lasse den Blonden zurück.

Auf dem Flur angekommen, stehen die Damen immer noch mit unfreundlichem Gesichtsausdruck da und rauchen. Im Vorbeigehen sage ich, dass das hier ein Krankenhaus ist, in dem aus Rücksicht auf die Bewohner nicht geraucht wird.
Sie sagen etwas Verächtliches und ich antworte: „DU MICH AUCH MAL!“

„Mara!!“ höre ich eine Frau erstaunt bis entsetzt mit großen Augen und vor Erstaunen offenstehendem Mund meinen Namen aussprechen, während ich an ihnen vorbei nach draussen auf die Wiese gehe.

Der Kantinenbetrieb scheint wohl heute auf den Außenbereich erweitert worden zu sein, ein Mann ist am Grill beschäftigt.  Gerade brät er für eine Freundin Kartoffeln und schüttet ihr über dem Grill etwas auf den Teller, den sie gerade in der Hand hält.
Dazu gehören wohl auch eingepackte Batterien, die allerdings so wie sie sind in die heiß brutzelnde Pfanne fallen.
Eine Weile schmurgelt das Päckchen im Öl und ich mache den Grillmeister darauf aufmerksam.
Mit bloßen Fingern nimmt er das Päckchen heraus und legt es meiner Freundin auf den Teller.
Dazu noch eine riesengroße milde Pepperoni.

Eine Frau kommt mir entgegen, sie trägt einen Verband um den Hals und hält ihre Hand darauf. Sie spricht mit mir.  Vor allem ärgert sie sich über das Rauchen im Krankenhaus, gerade sie hätte mit den Atemwegen Probleme nachdem sie operiert worden sei. Durch den Rauch zu gehen wäre für sie nicht gut.
Mein Mitgefühl begleitet sie, als sie wieder in das Gebäude geht.

Ich beschließe, auch so eine Portion gebratene Batterien mit Pepperoni zu essen.

Gerti G.

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Autor: Gerti G.

www.namara-music.de

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