G.fühlt

* born to be mild *


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g.geht

Mit Marla im Zauberwald

Heute habe ich Marla ausgeführt. Drachengleich bietet Platz genug für zwei, und es war ihm recht, Marla mitzunehmen. Über den Flug, und wie es Marla den Atem nahm, mit Drachengleich durch die Lüfte zu jagen – darüber berichte ich vielleicht ein anderes Mal. Ich bat meinen Drachen, am Eingang des Waldes Halt zu machen und uns dort abzusetzen. Er kennt das Elfentor, welches ich schon so oft allein durchschritten habe – doch nun bin ich in Begleitung und ich freue mich schon jetzt wie ein Kind, Marla all die Kostbarkeiten des Waldes zu zeigen, die ich schon entdecken durfte.

So rutschen wir an Drachengleich’s Vorderbein herunter und landen auf dem braunen, wohlriechenden schmalen Waldweg gleich vor dem Elfentor. Drachengleich grummelt und stößt einen dunklen Ton aus, ich blicke zu ihm hoch und er versteht ohne Worte, was ich ihm sage. Ich bedanke mich für den wunderbaren Flug und bitte ihn, uns zu gegebener Zeit hier wieder abzuholen.

„Alles gut?“ frage ich Marla. Sie ist ein wenig blaß um die Nasenspitze.
„Ja, doch …“ antwortet sie lächelnd. Ich sehe ihr an, dass sie immer noch kaum fassen kann, was sie gerade erlebt hat. Ich freue mich. Endlich konnte ich sie einmal überreden, mitzufliegen.
Staunend betrachtet sie das Elfentor. Es besteht aus zwei alten Bäumen, die rechts und links am Wege stehen, und deren Äste sich hoch oben über dem Weg wie eine Brücke miteinander verbunden, ineinander verschlungen haben. Es sieht wunderschön aus, gerade jetzt zu dieser Jahreszeit, wo das heilende Grün in den Wald zurückkehrt und überall zum Vorschein kommt.

Langsam gehen wir los. Rechts und links vom Weg ist der Boden bedeckt mit grünen Blättern, mit Waldklee, Brennesseln und die ersten Farne zeigen sich. Ich lasse Marla vorgehen auf dem schmalen Weg, damit sie einen freien Blick auf die Schönheit des Waldes hat und die Energie ganz ungestört aufnehmen kann. „Mit jedem Schritt den du tust, lasse etwas von deinem Schmerz los.“ sage ich „Lasse deinen Schmerz einfach hier im Wald.“ Ich weiß selbst nicht, warum ich das sage, aber ich sage es. Marla kramt ein Tuch aus ihrer Tasche. Ich glaube sie weint ein bisschen, und ich weiß, sie trägt großen Schmerz. Sie putzt sich die Nase, dreht sich kurz zu mir um, blickt in meine Augen.

Wir gehen weiter und ich bin mir gewiss, dass sie nun jeden Schritt im Bewusstsein des Loslassens geht. Blätter rascheln unter unseren Schritten, heruntergefallene Äste und Stöckchen knistern und knarren. Nussschalen, Blätter, Äste, Erde, jedes für sich trägt einen eigenen Ton, sowohl farblich, als auch auf den Klang bezogen. Das sind die Töne des Waldes, der Wald ist ein uralter Künstler, der wunderbare Konzerte gibt. Schon allein, wenn ein starker Wind durch die Blätter der Bäume weht, jeder Baum klingt anders. Und wie sie knarren, die Alten, wenn sich im Wind der Stamm bewegt. Die verschiedenen Töne der vielen Vogelarten, die der Wald beherbergt, runden das Konzert ab. Der Gesang der Amsel, das Klopfen der Spechte, das Gurren der Tauben, krähen und krächzen von Elstern und Raben, und ab und an der Ruf eines Kuckucks, der Schrei eines Käuzchens. Marla geht ein Stückchen vom Weg ab in den Wald hinein und schaut nach einem größeren, frisch ausgehobenen Loch. „Ich hab geschaut, ob es ein Fuchsbau ist.“ sagt sie erklärend als sie zurückkommt und meinen fragenden Blick sieht. Wir gehen langsam und betrachten eingehend alles was wächst. Taubnessel in gelber Blüte, saftig grüner Waldklee und Felder von Maiglöckchen. Einige blühen schon und ihr Duft weht zu uns herüber.

In einiger Entfernung springt ein großes Reh durch den Wald. Wir bleiben stehen und schauen dem Reh so lange hinterher, bis wir es nicht mehr sehen können. Im Weitergehen erfreut ein weißer Blütenteppich unsere Herzen. Auch Fingerhut und Feilchen hier und da setzen einen Farbklecks in das grün-braun des Waldes. Wir kommen an eine kleine Gabelung, Baumstämme liegen kreuz und quer auf dem Waldboden. Viele alte Birken haben sich im letzten Winter der Kraft des Windes gebeugt und sind zu Boden gefallen. Ein besonders langer Stamm liegt genau mitten im Weg. Marla zögert nicht, steigt auf den Stamm und balanciert von hinten bis vorne darüber. So im Gleichgewicht, als hätte sie nie etwas anderes getan. Leichtfüßig hüpft sie am Ende wieder herunter.

„Du kannst es noch!“ sage ich erfreut. Auch Marla ist voller Freude. Ihre 70 Erdenjahre sieht man ihr nicht an. Ich bewundere sie, ihre Verbundenheit mit der Natur schätze ich so sehr, und das sage ich ihr auch: „Toll, wie verbunden du mit der Natur bist, das finde ich so schön!“ sage ich. „Aber das ist doch ganz natürlich.“ sagt sie. „Längst nicht für jeden.“ sage ich. „Aber für dich, und das ist gut so.“ Wir gehen eine Weile schweigend, blicken nach rechts, nach links, nach oben, nach unten. Überall gibt es etwas zu sehen. Baumstämme, deren Rinde aufgebrochen ist und ein ganz neues Bild darbieten. Eine Moosart, die Marla noch nie gesehen hat, Dickicht mit viel Unterschlupf für Wildtiere, und alles in allem eine Energie voller Leichtigkeit und Frieden im Wald, so weit der Blick reicht.

Der Weg führt über einen kleinen Hügel und Marla entdeckt weiter links wieder ein Loch, geht hin und schaut, ob es ein Fuchsbau ist. Ich gehe hinter ihr her. „Es ist kein Fuchsbau.“ sagt sie. „Das würde man sehen.“ Sie erklärt mir auch, woran man das erkennen könnte und, dass Fuchsbaue immer mehrere Ausgänge haben und noch einiges mehr. Und während sie so erzählt erreichen wir einen Platz, den ich Marla unbedingt zeigen wollte. „Schau, das ist der König der Bäume!“ sage ich, und zeige auf einen mächtigen Baum auf der gegenüberliegenden Seite des Weges. Marla staunt, sagt aber nichts. „Lass uns hingehen.“ sage ich, und wir gehen ein kleines Stück in den Wald hinein, um dem König der Bäume einen Besuch abzustatten. Sein Stamm ist so groß, dass ich jedesmal stumm bin vor Staunen, und auch Marla schweigt ehrfürchtig. Wir gehen mehrmals um den Baum herum und suchen eine Stelle, um uns gemütlich anzulehnen. Einige Baumbewohner, große Waldmücken, fliegen in Scharen aus kleinen Schlitzen am Fuße des Baumes heraus.

Marla entdeckt eine kleine Höhle unten am Boden, die in den Baum hinein führt. „Ein schöner Unterschlupf für Tiere.“ sagt sie. Mir ist ein bisschen mulmig ob der vielen großen Mücken, die aus der Rinde herausfliegen und ich habe beinahe keine Lust mehr, mich anzulehnen. Marla neckt mich dazu auch noch ein wenig: „Die Mücken fliegen heraus, weil sie Nahrung wittern, sie möchten stechen.“ Ich mache einen ablehnenden Gesichtsausdruck. Marla grinst, und befühlt den Baumstamm rundherum. „Hier ist eine gute Stelle.“ sagt sie. „Ganz ohne Mücken.“ Und wir lehnen uns an, vergessen alle Zeiten.

Gerti G.

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loko.M.otive

es war einmal eine lokomotive. schon vieles hatte sie erlebt und auch hatte sie schon ein stolzes alter, doch das sah man ihr nicht an. sie sah aus wie neu und frisch gestrichen. die lok stand irgendwo mitten in einer wunderschönen landschaft auf schienen, die nur sie allein benutzte. sie waren noch ganz silbrig, fabrikneu und unbefahren. auch die weichen waren gestellt. es konnte losgehen. in ihr dampfte und brodelte es. doch die lokomotive blieb stehen.

sie hatte die handbremse angezogen und wußte selbst nicht warum.

viele fragten sich warum die lokomotive sich nicht in gang setzte. denn die landschaft war doch so schön, blumenwiesen und obstbäume rechts und links. dahinter felsige hügel, so ein schöner anblick.
das alles konnte sie von ihrem standpunkt aus überblicken. und offen gestanden wußte sie selbst nicht warum sie stehen blieb. in ihren gedanken suchte sie überall nach den verantwortlichen für ihre „misere“. das war es, worüber sie tag für tag sinnierte. tag für tag, nacht für nacht…dachte sie darüber nach.

eines tages kam ein hund daher, von ganz weit hinten. er wälzte sich im gras, hüpfte über die gleise und ging näher an die lokomotive heran.
„hey, was stehst du hier herum?“, fragte der hund.
„na ja, ist doch schön hier.“, antwortete die lok.
„das stimmt!“, sagte der hund, „aber dort hinten ist es noch viel schöner.“
„ich weiß.“, sagte die lok.
„und warum fährst du nicht einfach los?“ fragte der hund.
„das weiß ich nicht genau.“, sagte die lok, „ich weiß nicht ob es da hinten wirklich so viel schöner ist.“
„dann schau mal nach“, sagte der hund, „fahr‘ los. du bist ja schon ganz heiß gelaufen im stand, also kohle hast du genug. und die weichen sind auch gestellt.“

„ich kann nicht.“, sagte die lok, „ich habe die bremse gezogen.“

DU … hast die bremse gezogen?“, fragte der hund, „na, das ist doch prima! mach sie einfach wieder los und setz‘ dich in bewegung.“
„hm …“, machte die lok, ließ ein bisschen dampf ab, löste die bremse und fuhr ein ganz kleines stückchen … zurück.

„siehst du? geht doch!“, sagte der hund,
hob am nächsten baum sein beinchen, ging wieder seines weges und ließ die lok mit ihren gedanken allein.

so kann’s GEHEN

😉


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G.segelt

INSPIRATION

oh … darin liegt ein PIRAT verborgen … seh ich grad.

guten morgen, PIRAT!
bist du zufrieden auf deinem schiff, mit deiner crew?
ist das meer heute ruhig oder schaukelt dein heim dich durch unruhiges fahrwasser?
und liebst du den wind jeden tag mit gleicher intensität, magst du ihn auch wenn er dir fast die segel zerreisst?
die sonne scheint in dein verwegenes gesicht, so vieles hast du schon erlebt, erzähl mir doch eine geschichte.
ach könnt‘ ich durch deine augen sehen, nur ein mal, einen tag lang.
wie würde ich es lieben den ganzen tag auf dem schiff zu sein, begleitet von allerhand getier, immer die sonne im gesicht und die hände am ruder, steuermann.
wo geht es denn hin, weißt du das?
oder läßt du dich treiben so wie ich?
mein lächeln begleitet dich heute, ich atme mit dir die turbulenzen des meeres ein,
sowie die ruhe,
– diese vor allem! –
wenn die wogen sich wieder glätten.

*********

hupps … guten morgen, liebe mitLIEBEnden … da geht mir gleich die fantasie spazieren, ausgelöst durch ein kleines wort. ;- ) tja, wat soll ich sagen … das leben ist … so wunderschön. ein paar nette kleinigkeiten, oder kleine nettigkeiten habe ich erlebt, mal sehen wie ich sie nun verpacke. erst mal das, was ganz nah an mir dran ist …

Paps liegt wieder im krankenhaus. es sieht nicht gut aus. am sonntag hab ich ihn gleich besucht und Ma war auch da.
„du siehst so … anders aus. ist irgendwas?“ fragt sie mich.
ich lächle sie an und sage:
„och … ich bin verliebt, weiter nichts.“
„ach soooo …“ lächelt sie und ich erkenne die frage in ihrem blick.
„in mich.“ sag ich und strahle ein bisschen.
nach kurzem zögern meint sie:
„das sieht man.“
und wir lächeln um die wette.
ich bekomme den impuls, Paps energie zu geben, lege ihm die hände an den rücken, verbinde mich mit den frequenzen von Engel Raphael und Engel Gabriel und allen wesen die ihm etwas zu *geben* haben, und es beginnt ordentlich zu kribbeln … später frage ich ob das so okay ist für ihn, die position wo meine hände sich befinden.
„wo sind sie denn, ich merk nix.“ sagt er.
sie sind wie eingetaucht in sein SEIN, haben sich vermischt, aufgelöst irgendwie … das „muß“ man selbst erfahren um es erklären zu können …

einen tag später bin ich noch mal da, gleich nach der arbeit.
nach einer weile sag ich:
„papa, ich war den ganzen tag auf der arbeit und hab irgendwie nix zu erzählen.“
„ich auch nicht“ sagt er „ich lieg den ganzen tag hier rum.“
„na, dann können wir uns ja die hand geben.“ meine ich.
und dann frag ich ihn:
„hast du denn wenigstens was schönes geträumt?“
„nein.“ sagt er zuerst.
„doch, mein größter traum ist, wieder *nach hause* zu gehen.“
„was für ein schöner traum, papa.“ sag ich.
„er wird sich bestimmt erfüllen.“
ich spüre genau, wie er seinen fokus darauf gerichtet hat, *nach hause* zu gehen. das hält ihn in seiner zufriedenheit. ihm tut nix weh, zumindest nicht physisch.
und gestern sagt er zu meiner kleinen und mir:
„das hat bald ein ende, wenn ich wieder zu hause bin braucht ihr mich nicht mehr zu besuchen.“
„nicht mehr im krankenhaus“, schiebt er noch  hinterher.
die doppeldeutigkeit seiner worte entgeht mir nicht.
ich wünsche ihm, er schafft es noch einmal in sein irdisches zu hause, um von dort aus auf die wirkliche heimreise zu gehen …

„was bist du eigentlich, PIRAT, bist du der kapitän?“ frage ich
„ich bin ALLes.“ sagt er. „ich bin der ruderer, der steuermann. ich bin das schiff, der wind und das meer und der himmel zugleich. ich bestimme selbst, wie das meer sich bewegt, wie hoch die wellen wogen und wie nah ich den himmel zu mir hole.“
„hey, das gefällt mir, PIRAT. so bin auch ich, ALLes. und der himmel ist da, wo ich stehe.“

na, dann werd ich mal. einen schönen tach wünsch ich euch, bis demnäxt wieder, in diesem *theater*. 🙂

beibei

smaragda :- )


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Sonnenaufgang

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Sonnenaufgang

 

Der große Bär blieb am Rande des uferlosen Meeres zurück und sah zu, wie Smaragda in das kobaltblaue Wasser stieg und sich langsam dem großen weißen Delphin näherte, der auf sie zu warten schien.

„Smaragda“, sagte der Delphin in einem Ton der klang, als würde sie ihm mit ihrem Erscheinen die größte Freude bereiten die ihm jemals zuteil geworden war.

Sie strahlte.

Ihr war weder warm noch kalt, noch spürte sie die Nässe des Wassers. Freude und Liebe empfand sie in diesen Augenblicken, alles andere schien wie ausgeblendet. Das Tier bewegte sich ganz nah zu ihr heran und bedeutete ihr aufzusteigen, direkt hinter seiner Rückenflosse die er einladend schüttelte. Das Wasser war recht flach an dieser Stelle, und so gelang es ihr ganz mühelos ihren Platz einzunehmen.

Sie strahlte noch einmal ein Lächeln zu dem großen Bär am Ufer herüber und der Delphin machte eine Kehrtwendung in Richtung Unendlichkeit.

Lange betrachtete sie das Bild, welches sich ihr dann bot, während der Delphin langsam und sacht mit ihr durch das Meer glitt. Sie erkannte die unermessliche Weite der Unendlichkeit die wirklich grenzenlos war, unbegrenzt und frei.

Kobaltblau lag der Wasserspiegel vor ihr und um sie herum. Nirgends und nie mehr schien er zu enden. Ganz weit, so unendlich weit hinten, das musste die Stelle sein wo der Himmel seinen Ursprung hatte, wo er himmelblau und klar emporstieg und Wasser und Erde bedeckte wie eine schützende Hand.

„Oder hört der Himmel dort auf?“, fragte Smaragda so, als ob der Delphin ihre Gedanken lesen könnte.

„Der Himmel ist überall.“ sagte der Delphin. „ Der Himmel ist überall! Er ist sogar unter Wasser.“

Sie wusste nicht was es war, ob es der unbeschreibliche Klang der Stimme des Tieres war oder seine Aussage selbst, jedenfalls spürte Smaragda nun ein feines kribbeln am ganzen Körper, einem frösteln gleich, doch fühlte es sich warm und sehr wohlig an. Sie genoss dieses Gefühl und drehte den Kopf herum um noch einmal einen Blick auf den großen Bär zu werfen, damit er sah wie gut es ihr erging.

Herrje, er war nur noch als ein kleiner brauner Punkt auszumachen, ganz weit hinten, wo eben noch vorne war. Sie hatte kaum bemerkt wie schnell sie sich vorwärts bewegten.

„Na, dann zeig ihn mir, den Himmel unter Wasser!“, rief sie fröhlich aus. Ihre Abenteuerlust war entfacht und sie konnte es kaum erwarten zu sehen, was der Delphin ihr zu zeigen vermochte.

„Warte bis wir über der versunkenen Stadt sind.“ sagte er,

„dann nehme ich dich mit hinunter.“

Kaum hatte er gesprochen, da bemerkte sie auch schon in einiger Entfernung wie sich die Farbe des Wassers zu verändern schien. Klar und golden-weiß schimmerte es unter der blauen Oberfläche.

Smaragda schaute in alle Himmelsrichtungen. Weit und breit war nicht ein einziges Boot zu sehen. Sie hatte beinahe vergessen, dass sie sich in der Anderswelt befand, und dass es dort keine Boote als Fortbewegungsmittel gab. Sie hätte ja eigentlich noch nicht einmal den Delphin für ihre Reise benötigt. In der Anderswelt konnte man sich ganz ohne Hilfsmittel in jeder gewünschten Geschwindigkeit fortbewegen.

Für den Bruchteil einer Sekunde sah sie sich pfeilschnell durch das Wasser preschen und sie schüttelte lachend den Kopf über sich selbst.

„Du bist bewundernswert schnell!“, sagte der Delphin und es klang wie ein zwinkern. Er hatte wieder ihre Gedanken gelesen und mit aller Wahrscheinlichkeit sah er auch ihre Bilder.

„Hier kann ich ALLES sein, das weißt du doch.“ sagte Smaragda vergnügt, „ das ist ja auch der Grund, warum ich so gern hier herkomme.“

Und jetzt klang es wie ein schmunzeln, als der Delphin antwortete:

„ Du kannst an jedem Ort alles erreichen und sein, wenn du es dir nur von Herzen wünschst.“

„Auch auf Mutter Erde, dort wo ich wohne?“ fragte das Mädchen ungläubig.

„Aber natürlich!“, sagte das Meerestier.

„Sofern es dir dienlich ist und den Menschen um dich herum.“

„Hm … „  machte Smaragda „ und wer entscheidet, ob es dienlich ist, mir, und auch anderen?“

„Dein Herz.“, sagte Delphin.

 

„Dein Herz.“ wiederholte er noch einmal.

 

Mittlerweile brauchte das Mädchen sich nicht einmal mehr festzuhalten, so ruhig glitt der Delphin durch die seichten Wellen. Rechts und links tauchte sie ihre Hände in das Wasser, lauschte den nun zusätzlich entstandenen Geräuschen und begann ganz tief in ihr Herz hineinzufühlen. Es war eine wundervolle Kombination, das plätschern des Wassers und die tiefe Verbindung die sie jetzt spürte.

Sie breitete ihre Arme aus, schloss die Augen und hob ihr Gesicht gen Himmel. Der Wind streichelte ihre Wangen und wehte durch ihr blondes Haar. Sie nahm ein paar tiefe Atemzüge in dieser Haltung und fühlte sich plötzlich beinahe so weit und frei wie die Unendlichkeit selbst.

Hell und glücksstrahlend.

„Puh!“ machte sie anschließend, als wäre sie aus einem Traum erwacht, und dann fragte sie: „Sag, Delphin, kannst du im Kreis schwimmen? Oder eine Acht?“

„Wie Sie wünschen, ehrwürdiges Fräulein.“ entgegnete der Delphin und es klang wie eine Verbeugung.

Er drehte eine Acht, mehrmals, und Smaragda stellte mit Erstaunen fest, das jetzt nichts mehr als Wasser um sie herum zu sehen war. Wie ein Schutzmantel lag der Himmel über allem was sie erblickte und ganz weit hinten am Rande des Meeres schien er zu enden. Oder zu beginnen, das hatte sie noch nicht herausgefunden.

Nun nahm der Delphin wieder seinen ursprünglichen Kurs auf und bald sagte er: „Wir sind da, Smaragda, bist du bereit?“

Es war immer wieder wie ein streicheln, wenn er ihren Namen aussprach, und freudig rief sie:

„Es kann losgeeeehn!“

Ihr letztes Wort ging schon im Wasser unter, man sah nur noch ein paar Luftbläschen aufsteigen und man sagt, einige davon hätten wie Herzen ausgesehen.

 

Der Bär rieb sich am nächsten Morgen verschlafen die Augen.

„Ach da ist sie ja wieder!“ sagte er erfreut, als er sah wie hinten am Horizont die Sonne aufging. Dann rieb er sich die Stirn, lächelte über seinen Traum und trottete von dannen.

[Mara]

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G.spinnt

„muß ich etwa die ganze nacht allein schlafen?“ fragte sie in einer gespielten mischung aus mehr mürrisch als keck, als er ihr das für sie vorgesehene zimmer zuwies. ein gemütliches gästezimmer. so gestaltet, als hätte sie selbst es eingerichtet. wie im ganzen haus, so weit sie das schon gesehen hatte, fand sich auch hier dieser wohlfühlholzboden aus groben schiffsdielen. sie drehte sich um und schaute ihn erwartungsvoll an. ihr blick berührte flüchtig die beiden roten kreise auf seinen wangen, die sie schon einmal bemerkt hatte, bei einer ihrer ersten begegnungen. „du könntest natürlich auch bei mir … in meinem … “ sagte er etwas verlegen „ich dachte nur …“ – und ein fast schon wissendes lächeln huschte über ihr gesicht, dass er nicht anders als erwidern konnte.

und wenn sie nicht gestorben sind …  dann stehen sie noch heute da … und lächeln sich an. und ihr arm wird lang und länger, weil sie noch immer  ihre reisetasche in der hand hält und nicht weiß, wo sie sie abstellen soll.

oder interessiert jemanden, wie die geschichte weitergeht? wenn ihr wollt, dann spinne ich für euch ein bisschen rum, liebe mitLIEBEnden, guten morgen. das ist natürlich nur ein vorwand, denn wenn ich lust dazu habe, dann spinne ich mir eh was zurecht. *smile*

was kann es schöneres geben, als sich von gott gerufen zu fühlen? wundervolles licht scheint zum fenster hinein … da ist bestimmt heute noch ein waldspaziergang drin, was für eine freude!

in diesem sinne, habt euch lieb, liebe mitLIEBEnden, bis dann denn. 🙂